altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Dorothea Barsewisch

von Saltza

Ehefrau des Gutsherrn

Sterbedatum:
08.02.1600
Ort:
Bretsch
Standort:
Kirche
GPS:
11.630603 - 52.839853

Beschreibung:
Zustand: Die Grabplatte aus Sandstein ist in mehrere Teile zerbrochen und wurde mit Mörtel wieder zusammengefügt.

Dekor:
Gezeigt wird das Relief einer betenden Dame stehend unter einem Rundbogen, der die erhabene Inschrift trägt. In den oberen Ecken zwei Allianzwappen.

Inschrift
Schriftzugumlauf auf dem Rundbogen:

GOT GNADE DER … VD VILDVGENTSA DOROTHEA ∙ V ∙ SALTA BALTZAR
BARSEWISCHEN
∙ E ∙ HAVSFRAW DE IST NACH GOTTES WILLE DEN ∙ 8 ∙ FEBRVAR AO 1600
GESTROBE̅ VND ALHI BEGR

Anmerkung:
Der Grabstein wird beschrieben bei Hossfeld / Haetge „Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen Der Kreis Osterburg“, Kommissionsverlag August Hopfer in Burg 1938, S. 70: „8. Neben Nr. 7. h 1,95 m, br 97 cm. Sandstein. An den Ecken Doppelwappen: Von der Schulenburg und von Lattorf(?). Wappen mit Kanne und Wappen mit drei Querbalken. (…).“ Die beiden erst genannten Wappen der linken Oberecke sind hier den falschen Familien zugeordnet worden. Das Linke gehört denen von Saltza.
Dorothea von Saltza wurde 1554 als Tochter des Heinrich von Salza und Dorothea von Blumenthal geboren (vgl. GEDBAS: Vorfahren von Balthasar VON BARSEWISCH gedbas.genealogy.net/person/ancestors/1181654959). Enders „Die Altmark“ S. 988: „Im Gegensatz zu den meisten Lehnbürgern, die ihren Wohnsitz dauerhaft in der Stadt behielten, wurden die Barsewisch vermöge der Landsässigkeit steuerlich unter dem Landadel vereinnahmt (doch noch nicht unter der landtagsfähigen Ritterschaft) und dort mehr und mehr integriert, nicht zuletzt durch das Konnubium mit adligen Nachbarn und nunmehr Standesgenossen. Lorenz Meseberg zu Meseberg und seit 1535 zu Herzfelde war mit Katharina Barsewisch verheiratet. Baltzer Barsewisch ehelichte 1569 Dorothea v. Saltza, Tochter des kurfürstlichen Rates Heinrich v. Saltza . 1565 dienten laut Musterrolle alle Barse mit einem Pferd; zur Musterung 1588 stellte der Hauptmann zu Diesdorf, Balzer von Barsewisch, drei Pferde, die Barsewische eins. 1594 wurde die Belehnung Balzers mit dem von Einbeck erkauften Dorf Drüsedau noch einmal unter „Bürgerlehn“ registriert, irrtümlich oder traditionell. Im Laufe des 17. Jahrhunderts bürgerte sich dann allmählich das Adelspredikat „von“ vor dem Familiennamen ein“.
Enders „Die Altmark“ S. 988 Fußnote 254: „Heinrich von Salza war bis 1599 Verweser des Klosters Neuendorf und nach der Abtretung desselben an Markgraf Johann Georg Hauptmann des Amtes Neuendorf.

Lage:
Die Grabplatte steht innerhalb der Kirche am östlichen Ende der Nordwand. Unmittelbar links davon steht die Grabplatte des Ehemannes († 1604) der Verstorbenen.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2018