altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Johann Julius Wiesenhaver

Amtmann

Sterbedatum:
08.10.1766
Ort:
Dambeck
Standort:
Dorfkirche
GPS:
11.157994 - 52.801466

Beschreibung:
Zustand:
Die Grabplatte aus Sandstein ist vollständig erhalten. Das Kirchen-Gestühl verdeckt einen Teil des Randes rechts oben.

Dekor:
Die Platte besticht durch ihren mit reichem Blüten- und Blattwerk gestalteten, rocaillenförmigen Rand
Das Textfeld besitzt eine vertiefte Schrift.

Inschrift:
Dem
Gedächtnis des Weiland
Hochedelgebl: Herrn Herrn
JOHANN IVLIVS WIESENHAVERN
Königl: Preußl: Wohlbestalten
Amtmann zu DAMBECK
Er wurde gebohren den 21ten FEBR:
1694 zu CALVÖRDE starb den
8ten OCTOBR: 1766 auf dem Amte
alhier.
TEXT OFFENB: IOH: CAP: 14. V. 13.
Seelig sind die Todten die
in den HERRN sterben et. c.

Anmerkung:
Im Sterberegister des Kirchenbuches vom Amt Dambeck wurde festgehalten: „Anno 1766 den 8ten October, des morgens, 10 minuten auf 4 Uhr, ist der HErr Amtman, Johann Julius Wiesenhaver nach einer dreiwöchigen ausgestandenen Kranckheit, in seinem Erlöser sanffte und seelich entschlaffen da er sein Alter gebracht auf 73 Jahr. Ist ins 16te Jahr auf dem hiesigen Amte, als Königl. Wirckl. Amtman gestanden. Lieget in der Dorff Dambeckschen Kirche, bey seiner seel. Frau EheGattin zur linkenhand, halb unter des Prediger Fraues Stuhl begraben, wie auch die Leichen Steine solches zeigen. Zur Parentation wurden die Werke Genes. 48. 21: siehe ich sterbe, und Gott wird mit euch seyn, zum Trost seine nachgebliebenen Kinder, am … Beerdigung, welcher der 11 October war, erklähret.“
Johann Julius Wiesenhaver war vermutlich ein Sohn des Ölschlägers Herman Friedrich Wiesenhaver († 18. März 1741) in Calvörde und dessen Ehefrau Margaretha Elisabeth Münnich bzw. ein Enkelsohn des Amtmannes Johann Joachim Wiesenhaver (* Hildesheim 23. Mai 1624 † Burgstall 10. Juli 1695) in Burgstall und dessen Ehefrau Sophie Elisabeth Dörrien (vgl. Badelt/Rau „Familienbuch Burgstall“, erschienen in Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF, Nr. 68, Leipzig 2012, S. 426).
Das 1,5 km südlich des Dorfes Dambeck gelegene ehemalige Kloster Dambeck wurde 1542 säkularisiert und kam als Pfandbesitz zu den Grafen von der Schulenburg. 1540 wurde das Kloster evangelisch und landesherrliche Domäne (Frauenstift) unter der Regierung des Kurfürsten Joachim II. 1644 ging es in den Besitz des Joachimthalschen Gymnasiums in Berlin. Von 1750 an wurde die Klosteranlage landwirtschaftlich genutzt (vgl. Kloster Dambeck – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Dambeck).

Lage:
Die Grabplatte liegt im Chor der Kirche unten dem Triumphbogen. Ihr oberes Ende weist nach Westen.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2018