altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Albertine Wilhelmine Giesecke

Tochter des Amtmanns

Sterbedatum:
01.09.1785
Ort:
Arendsee
Standort:
Klosterkirche
GPS:
11.477358 - 52.881073

Beschreibung:
Zustand:
Die obere Hälfte der Engelsköpfe fehlt.

Dekor:
Umrandungslinie und Schrift sind gekerbt. Das Textfeld wird von zwei Lorbeerzweigen eingefasst. Darüber schweben zwei Engelsfiguren, die mittig eine fünfzackige Krone halten.

Inschrift:
Dieser Stein
bedecket die Asche
eines kleinen Töchterleins
des hiesigen Königlichen
Oberamtmans Giesecke.
Sie wurde den 25ten April 1784
gebohren,
und hieß
Albertine Wilhelmine Fridericke Christine
Giesecken.

verstarb schon am 1ten Sept 1785
nachdem Sie ihr Kurzes Leben
nur auf
1 Jahr 4 Monath u: 8 Tage
gebracht.

Anmerkung:
Im Kirchenbuch werden die Todesumstände sehr ausführlich durch des Pastor geschildert: „Des Königl Herrn Obermatmannsalhier, Hn. Joh: Dieterich Friderich August Giesekens et uxoris Fr. Charlotte Catharine Elisabet Aeschenbachinjüngstes u. 6tes Kind, Albertine Wilhelmine Friderique Christiane ¼ J. am Erbrechen mit Konvulsionen, deren gar zu heftiger Anfall am 2ten Tage das Leben gekostet. Erst war es an den Rütteln über u. über roth, die aber schleunig zurückgetreten, worauf die Leiche an verschiedenen Theilen blau angelaufen. Starb d. 1. Sept., und d. 13t ejusd. wurde es mit Geläute von beyden Glocken in der Klosterk. in einem ausgemauerten Grabe dichte unter der Treppe, die nach dem Garnisonchore führt, u. zwar ohne Abdankung begraben, weil die gar zu erschrockene Eltern glaubten, durch dieselbe noch mehr niedergeschlagen zu werden. Sonst war die Trauerversam̅lung sehr ansehnlich. Kurz nachher kamen die sämtl. übrigen Kinder eins nach dem andern mit dieser Krankheit nebst bösen Hälsen an die Reihe, u. zwar mit solcher Heftigkeit, daß sie darüber bey der Genesung die oberste Haut am ganzen Leibe ablegten. Selbst die Eltern mußten zum Beschluß ei gleiches aushalten. …“
Die Verstorbene wurde am 25. April 1784 in Arendsee geboren. Die Grabplatte wird erwähnt in Hossfeld / Haetge „Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen Der Kreis Osterburg“, Kommissionsverlag August Hopfer in Burg 1938, S. 45. Demnach sind die Maße der Platte 0,82 m × 1,49 m.

Lage:
Die Grabplatte steht an der Westwand des westlichen Joches unter der Nonnenempore.

Text und Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017