altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Carl Joachim von Karbergk

Off.inschwed.u.brand.Dienst.

Sterbedatum:
16.08.1641
Ort:
Gardelegen
Standort:
Marienkirche
GPS:
11.395096 - 52.524903

Beschreibung:
Zustand:
Das untere Ende der Grabplatte aus Sandstein fehlt.

Dekor:
Umrandungslinie und Schrift sind gekerbt. Unter dem Textfeld sind an der Bruchkante die Reste einer runden Kartusche, die ein Wappen oder eine Hausmarke einfasst, erhalten.

Inschrift:
ANNO 1641 DEN 16 AUGUSTI IST DER
HOCHEDLER GESTRENGER VND MAN„
HAFTER CARLL JOCHIM VON KARBERGK
AVFF KLOBZOW IHR KONIGLICHER
MAIESTET VND DER HOCHLOBLICHEN
CRON SCHWEDEN BESTALTER
OBRISTER ZV FVES VND COMME̅„
DENT ALHIER IN GARLEBEN TODES
VERBLICHEN VND IN DEN HERRN
ENTSCHLAFFEN SEINES ALTERS
IM 48 IAHRS, DESSEN SEEL RVHE

DIESE STEDE IST VON DEN VORSTEHERN
DER KIRCHEN ERKAVFFET, SOL BIS ZV
EWIGEN ZEITEN VNVERRVCKET VERBLEI
„ BEN DEN 17 MARTII Ao̅ 1642

Anmerkung:
Die Grabplatte wird erwähnte in: Hildebrandt „Die Grabsteine und Epitaphien adliger Personen in und bei den Kirchen der Altmark“, Gardelegen 1868, S. 52f. Der Autor erwähnt das heute nicht mehr vorhandene Wappen: „Darunter das Wappen derer von Kehrberg; im Schilde drei linksgekehrte Spitzen.“. Carl Joachim von Karberg wurde am 16. Trin. 1595 als Sohn des Viviens von Karberg auf Retzow (Krs. Havelland) und Klobzow (heute eine Wüstung im Landkreis Müritz) und dessen Ehefrau Margarethe von Stralendorff geboren. Er diente dem schwedischen König und dem brandenburgisches Kurfürsten als Obrist und Kommandeur über ein Regiment zu Fuß und nahm an der Schlacht zu Lützen teil. 1638 verheiratete er sich mit Sophie Ilsche von Moltzahn, einer Tochter des Mecklenburgischen Landmarschalls Joachim von Moltzahn auf Grubenhagen. Nach dem diese kurze Zeit später 13jährig an Pest starb, heiratete v. Karberg in zweiter Ehe Catharina Margaretha von Holstein. Als sich v. Karberg mit einem Regiment zu Fuß in Gardelegen aufhielt ereilte ihn selbst der Tod. Der komplette, ausführliche Lebenslauf auch ist zu finden unter:
www.30jaehrigerkrieg.de/Karberg.
In der Gardelegener Chronik von Christopherus Schultze „Auff- und Abnehmen der löblichen Stadt Gardelegen“ (gedruckt in Stendal bei Andreas Güssow 1668, 1995 als Reprint herausgegeben vom Märkischen Kunst- und Heimatverlag Kalbe/Milde – Hechthausen ) von 1668 wird das Schicksal der Stadt während des 30jährigen Krieges dargestellt. In diesem Zusammenhang findet auf S. 152 Karbergs Tod Erwähnung: „… Obrister Carl Joachim Kerberg/ der die Stadt und alle Posten besetzte, unter seinem Commando Anno 1641. den 2. Jan. wurden die Schweine für dem Thore aus dem Felde weggenommen/ aber hin war hin. Den 16. Augusti 1641. nötigte der Obrister Kerberg den Obristen Platen zum Duell für dem Stendelschen Thor/ wurde auch vom Gegentheil zwischen dem Schlag und Zingel erstochen- daß er so forth blieb-und todt herein getragen wurde- den 17. Mart. 1643 ward er in S. Marien-Kirch begraben.“

Lage:
Die Grabplatte liegt im Chor der Marienkirche vor dem Hochaltar. Ihr oberes Ende weist nach Osten.

Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017