altmarkgeschichte

Datenbank Historischer Grabmäler der Altmark





Antonette Rimpler verw. Schulze

Gehrinn

Pastorfrau

Sterbedatum:
06.11.1750
Ort:
Gardelegen
Standort:
Marienkirche
GPS:
11.394958 - 52.524722

Beschreibung:
Zustand:
Die Grabplatte aus Sandstein ist auf der linken Seite abgetreten, sodass die Lesbarkeit insbesondere am linken Rand teilweise nicht mehr gegeben ist.

Dekor:
Die Schrift und die Umrandungslinie sind gekerbt. Die Oberfläche hat sich im Lauf der Zeit schwarz verfärbt.

Inschrift:
Alhier
ruhen die Gebeine
der Weiland Gottseligen Frauen,
Frauen Antonetten Rimplern, gebornen Gehrin̅
Herrn Anton Friederich Rimpler, Amts = und
(Klo)ster Predigers zu Neuendorf
… gewesenen getreuen Ehegenoßin
… geboren zu Königsberg in Preußen
… 1691, den 28. Februarii,
…et zum ersten mahl 1712, den 7. Jan:
…n Christoph Schulzen, vormahligen
…r zu Neuendorf, als deßen gebeine
ihr zur Seite ruhen,
Zum andern mahl 1727 den 26. Augusti
mit vorbemeldeten jetzigen Hln, Wittwer,
(Im) Herrn entschlafen 1750, den 26. Novembr,
Und hat aus dieser Letzen Ehe hinterlaßen eine einzigen Sohn, Hln, Theodor Friederich
Rimpler, St: Theol: Cult:
Nachruf des Wittwers:
Theure Seele, o wie schöne glänzet deine Glaubens Crohne
Die dir Jesus nach dem Kampfe gebet zum Genaden Lohne.

Anmerkung:
Der erste Ehemann der Verstorbenen, Christoph Schulze, war Pastor in Kloster Neuendorf von 1677 bis 1713. Im Pfarrerbuch der Altmark wird sein Vorname fälschlicherweise mit Johann angegeben. Ihr zweiter Ehemann Anton Friedrich Rimpler wurde in Salzwedel geboren und wirkte vor seiner Amtszeit (1727 – 1753) in Kloster Neuendorf als Adjunkt in Hohenhenningen (1719 – 1727). (Vgl. Czubatynski „Evangelisches Pfarrerbuch für die Altmark“ S. 270, 296) Die Verstorbene war eine Tochter des Königlich preußischen Holz-Kämmerers Theodor Gehr.
Im Kirchenbuch von Kloster Neuendorf sind die Pastoren seit der Reformation aufgelistet:
„… 12) Anno 1710. da mein Geliebter Vater [11. Johann Schultz] nach vollendeter Sontags… zu Hause war, wurde er plötzlich an der rechten Seite lahm, u. Ki… die Zeuge nicht wohl brauchen, als were es eine Art der Apop… da wurde Er genöhtiget bey Srl. Königl. Majesté die Gnade aus zu bitten, das einer seiner Söhne ihm möchte adjungiret werden, als künfftiger Successor, welche Königl. Gnade er dann auch erhielte; woher es dahin gediehen, daß ich Christoph Schultze sein jetzo in der Ordnung der lebenden Kinder 3ter Sohn ihm zu geordnet bin, und im Mohnat Octobr. dan die Vocationi mir aus Berlin zugesandt, zu Stendall unter Hl. D. Meurer als General Superintendenten ordiniret, ferner im Monath Decemb Dom. 2. Advent. introduciret worden vom Hl. M. Chrsit. Justo Heintzelmanno, Superintendenten in Gardelegen, worauf den folgenden Sontag Dom. 4. Advent. meine Anzugs Predigt gehalten. p.
13) Herr Christoph Schultzen in die 16 Jahr gewesener getreuer Lehrer und Prediger allhier zu Kloster-Neuendorf ist an der damals heftig grassirenden rothen Ruhr den 16ten Octobr 1726 im Herrn sehlig entschlafen. In der Lehre ist er lauter und erbaulich gewesen, im Leben hat er einen unsträflichen Wandel geführet, im Creutze und Verfolgung Gedult geübet und durch Gottes Gnade glücklich gesieget. Demselben bin ich Anthon Friederich Rimpler, in die 8 Jahr gewesener adjungirter Prediger zu Henningen, unter dem Königl. Preußl. Schul-Ambte Dambeck belegen, in der Ordnung gefolget. Nach Gottes sonderbare Schickung habe ich die Vocation am 22ten Octobr 1726 von Srl. Königl. Majestät in Preußen als Hohen Patrono dieser Pfarren erhalten. und ob zw… 8 Tage hernach ein Königl. Rescript bekam, daß ich anstatt des Herrn Johann Schultzen Pastoris der Stadt Bukow auf die dem Herrn General Major Reichs Graven von Flemming Königl. ertheilte Ordre, mir die Vocation aus zu reichen, mich dahin begeben, der Herr Pastor Schultze aber an meinerstatt nach Kloster-Neuendorf gehen sollte; So hat es jedoch der Allmächtige und wunderbare Gott also gnädiglich dirigiret, daß wieder alles vermuhten die Sache wieder zurück und ich zum andermal die Vocation samt der … auf Kloster-Neuendorf Gebenitz und Zinow erhielte, worauf den 29 Juni 1727 von dem Herrn Superintendenten Michaelis aus Gardelegen und beyden Königl. Beambten derer Herren Morgensterne Vater und Sohn, wie auch in Beyseyn des Herrn Charstedts Pastoris zu Borgstall und Herrn Rentsch Pastoris zu Lüffingen bin introduciret worden. Nachdem hat es der getreue Gott ferner nachseinem Heil, Raht und Willen gnädiglich gefüget, daß ich mich mit desselben Herrn Pastoris Schultzen hinterlaßenen Fr. Wittwen, Frau Anthonetta Gehrinn aus Königsberg (in) Preußen gebürtig, in der Furcht des Herrn verheyrathet habe. Dominus amplius prospicect.
14) Herr Anthon Friedrich Rimpler sechs und zwantzig jähriger Pastor … ist Anno 1753 d 24 Januarii an einem Schlagfluß seelig in dem HErrn entschlafen. Er ist in der Lehre lauter gewesen, u hat einen exemplarischen Wandel geführet, und hat die Gemeinde in guter Ordnung erhalten. …“

Abmessung:
1,09 m × 2,21 m

Lage:
Die Grabplatte steht außerhalb der Kirche an der Südwand. Sie ist die Östliche von drei unter dem östlichen Fenster des Langhauses aufgestellten Platten.

Foto:
Frank Moldenhauer, Magdeburg 2017